Title: Vorträge
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4. Fachtagung - Inhalte


Inhalt der Fachtagung

IHK, Fachhochschule Lübeck und JessenLenz

 

Dipl. Ing. Hans Jürgen Lenz, Geschäftsführer der JessenLenz GmbH, begrüßte die Telnehmer zur Veranstaltung. Die Firma JessenLenz GmbH richtete in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Lübeck und der IHK Lübeck nun bereits zum vierten Male die Fachtagung Qualitätssicherung für den Mittelstand aus, die mittlerweise zu einem regelmäßigen jährlichen Termin für viele der Teilnehmer geworden ist. Diese haben zum großen Teil verantwortliche Positionen im Bereich der Qualitätssicherung, in Ihren jeweiligen Unternehmen inne und nutzen die Veranstaltung, sowohl zur Weiterbildung als auch zum Austausch mit den Kollegen aus den anderen Firmen.


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Einführung und Überblick

Moderator Stefan Brockmann, Leiter PDAP7 Vertrieb

 

Dem Wunsch vieler Teilnehmer aus dem letzten Jahr folgend, wurde für die diesjährige Fachtung ein offener und kommunikativer Rahmen gewählt. Die Vortragszeit der Referenten wurde auf 45 Minuten erweitert und eine anschließende Diskussionsrunde von bis zu 20 Minuten eingeführt, in der die Referenten für die gezielten Fragen der Teilnehmer offen waren.

Außerdem wurden Schlüsselthemen, wie der Mensch in seiner Ausdrucksform und als Kommunikationsschnittelle behandelt, wofür ein Sprach und Kommunikationstrainer einen Workshop hielt.


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Qualitätsplanung und die Norm

Peter Bauer, Cherry

 

Fehlervermeidung durch gut strukturierte Qualitätsplanung bis zum Serienstart, unter dem Stichwort APQP, waren das Thema von Peter Bauer, aus der Qualitätsplanung der Firma Cherry Mikroschalter. Als Denkanstoß begann er mit den Worten "Die Passat gibt es seit 100 Jahren - nach heutigen Ansprüchen an die Dokumentation, bezüglich Normung und weiterführenden Special Terms währe sie vermutlich nicht über die Entwurfsphase hinausgekommen und nie gebaut worden."

Da weiß man was man zu tun hat wenn man den Auftrag annimmt. Es ging hierbei um das Risk Rating bei der Auftragsannahme und die Anwendung von Erfahrungswerten aus bekannten Elementen, im Hinblick auf Neuentwicklungen. Z.b. Austauschkosten. die von vornherein mit eingeplant werden sollten "ein Keilriemen hält keine 200000 km". Herr Bauer schloss seinen interessant kontroversen Vortrag, treffend mit den Worten "Anforderungen an die Norm sind die Basis, das Selbstverständnis prägt den Charakter einer Firma."


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PC-basierte Messdatenerfassung

Dr. Jochen Abke, JABIS

 

Denn messen ist Maßarbeit. Dr. Jochen Abke von der Firma JABIS stellte das Pilatos System, eine Schnittstelle für beliebige Mess-Hardware, bei der nicht nur die jeweils aktuellen Messergebnisse auf dem Schirm zu sehen sind, sondern auch der Verlauf der Messdaten z.B. in Charts dargestellt werden kann, um z.B. sogleich eine Trendanalyse aufstellen zu können. Datenerfassung muss heute nicht mehr manuell, erfolgen sondern kann nahezu komplett automatisiert erfolgen. Das Messgerät selbst, ist dabei im Grunde reine Software. Daneben wurden die notwendigen Schritte einer Sensor- und Signalanpassung, sowie Ein- und Ausgabekriterien für PCs erläutert, sowie die Möglichkeit zur automatischen Übergabe der Daten an ein CAQ-System.


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Den Prozess verstehen und ganzheitlich optimieren

Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Lohmann, Fachhochschule Lübeck

 

Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Lohmann von der Fachhochschule Lübeck erläuterte in seinem Vortrag anschaulich die Problemstellungen, denen man bei der Prozessoptimierung begegnen kann. Behörden Denken und das Over the Wall Prinzip – sprich nach mir die Sinnflut, seien häufig Gründe die einer wirklichen Integration von Tätigkeiten im Wege stehen. Aus vielen kleinen Schritten einen großen machen kann dabei die Prozesslaufzeiten erheblich verkürzen, weil nicht jeder Schritt vor einer weiteren Bearbeitung erst einmal im "Prostkorb" landet. Durchführung der Arbeiten vor Ort, dort wo sie sinnvoll sind, ist neben einer möglichst einfachen Gestaltung der Hauptprozesse ein wichtiges Kriterium. Es wurde auch auf die Probleme bei der Stammdatenpflege in zunehmend integrierten Systemen eingegangen, wo nicht mehr jeder unmittelbar selbst dafür verantwortlich zu sein scheint, seine Daten in Ordnung zu halten. Zukünftige Konzepte in Richtung APS (Advanced Planning System) und SOA (Service Orientated Architecture) wurden ebenfalls angesprochen. Unter dem Strich stand, "Integration ist gut, führt aber zu komplexeren Strukturen".


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Qualitätsobjekte am Beispiel der Simulation

Dr. Erik Bochmann, BoVaS Technologieprojekte

 

Dr. Erik Bochmann beschrieb anhand verschiedener Beispielen, dass sich zukünftig ein Paradigmenwechsel in der Behandlung des Qualitäts- und Reklamationsmanagement abzeichnen wird. Er stellte dabei die Frage, wo die notwendigen Informationen über gesetzliche Anforderungen zukünftig angebracht sein werden und in welcher Form. Die Produkte sind heutzutage für den globalen Markt ausgelegt und müssen daher multilingualen Anforderungen gerecht werden. Bei diesen Anforderungen, auch mit besonderen Hinblick auf die Haftung, reichen heute nicht mehr "ein Schmied, ein Zimmermann und ein Segelmacher", wie seinerzeit auf der Passat aus, um jedes Problem in den Griff bekommen zu können.

Qualitätsobjekte als eigenständige Informationscontainer bieten hier einen sinnvollen Ansatz an, um Waren- und Informationsströme wieder zusammenzuführen, die heute nicht mehr parallel laufen.

Dr. Bochmann erläuterte, dass kein Serienteil heute mehr hergestellt wird, ohne dass es zuvor, einschließlich seines Herstellungsprozesses simuliert worden sei. Hierbei komme der Finite Elemente Methode eine starke Bedeutung im Hinblick auf das Auffinden von potentiellen Schwachstellen in Prozess und Produkt zu.


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Werkzeuge zur Organisation von Prozessabläufen

Dipl.-Inf. Hartmut Falk, falk Geschäftsprozesse

 

Herr Falk erläuterte Workfow Schemata anhand der Organisationsstrukturen für QM-Schulungen. Es wurde anhand dieses Beispiels eingegangen, auf erweiterte ereignisgesteuerte Prozessketten und Webservices. Durch Enterprise Application Integration werden bestehende Vorgänge eingebunden. Wie bereits damals auf den Handelsschiffen üblich werden dabei für alle Ressourcen eindeutige Zuordnungen vergeben. Weiter geht es um die Verknüpfung der Symbole mit den Abläufen der beteiligten Anwendungen und das Verbinden mit den richtigen Aktivitäten. Die Zustimmung der beteiligen Stellen kann hier ebenfalls erforderlich sein. Delegieren, annehmen und beim richtigen Punkt in der Anwendung einspringen, waren wichtige Stichworte hierzu.


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Reklamationsmanagement

Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Rothballer, Fachhochschule Lübeck

 

Prof. Rothballer von der Fachhochschule Lübeck benötigte den Beamer, wie üblich nur, um seine Unterlagen darauf abzulegen. In gewohnter und erfrischend freier Rede begann er seine Ausführungen zum Reklamationsmanagement und der Norm und was sich in dieser Hinsicht in Brüssel noch so alles "Im Rohr" befindet. Begriffe wie Customer Complaints oder Customer Post Production Information wurden auseinandergenommen. Unter dem Strich sind Reklamationen immer lästig, egal was man sich vormacht. Wie man diese richtig organisiert, auch und gerade im Sinne der Produktbeobachtungshaftung, der heutzutage so gut wie alle Serienfertiger unterliegen, waren wichtige Punkte. Hersteller müssen ihre Produkte heute im Feld beobachten und sich sowohl um aktive, als auch passiven Informationsbeschaffung bemühen. Welche Erkenntnisse sich daraus für die Gefährlichkeit der Produkte ableiten lassen ist hierbei von kritischer Bedeutung. Die Auswertung und Analyse von Reklamationen gehört daher in kompetentesten Hände. "Ein Entwickler hat seine Kreativität vielleicht nach 10 Jahren verbraucht, aber hier kann so ein Mensch dann genau richtig sein!"


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Faktor Mensch in der Qualitätssicherung

Dipl. Betrw. Lothar Lehrmann, lehrmanntraining.de

 

Handeln und Unterlassen, der Faktor Mensch in der Qualitätssicherung und dem Reklamationsmanagement. "Nur 10% reklamieren, aber 80% erzählen es weiter." So begann Herr Lehrmann seinen Vortrag, bei dem es um den Umgang mit Reklamationen und das Qualitätsverständnis in den Unternehmen und in der Unternehmensführung ging. Emotionale Distanz ist wichtig, führte Herr Lehrmann auf und unterstützte seine Thesen in praktischen Rollenspielen mit den Teilenehmern. "Das einzige was stört ist der Kunde", ein häufiger Eindruck. Dabei haben wir immer die Wahl, auf etwas positives oder negatives einzugehen. Man muss sich hierbei bewusst verdeutlichen, dass die meisten Menschen den negativen Punkt wählen, so Herr Lehmann. Am Eisbergprinzip wurde der Einfluss der Gefühlsebene verdeutlicht. "Ich kann sagen ich behaue einen Stein oder ich baue an einer Kathedrale mit", wenn es um die Identifikation mit der eigenen Tätigkeit geht. Weiter ging es auch darum wie Arbeitsplätze zu gestallten sind, damit sich Erfolg durch die beteiligten Menschen entfalten kann. Angesprochen wurden beispielsweise auch Techniken, wie Metaplan, Benchmarking oder die sog. 5S Methodik von Toyota, bei der die Qualität letztlich ansteigt, ohne das man aktiv etwas dazu tun muss.


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Ganzheitliches Qualitätsmanagement

Dipl. Kfm. Dieter Raible, Dr. Starke Managementsysteme

 

iGrafx Consultant und Dipl. Kfm. Dieter Raible, ging in seinem Vortrag auf die unterschiedlichen Themenbereiche ein , die die Qualität beeinflussen. Das Marketing, als Visitenkarte des Unternehmens, dass von Bereichen wie Logistik und Liefertreue abhängig ist. Die Produktqualität und Vertrieb. "Biete ich dem Kunden eine Lösung an, oder dränge ich ihm meine Produkte auf?", wurde hier als Fragestellung aufgeworfen. Das QM-Management, mit Einheit und Akzeptanz über alle Unternehmensbereiche wurde hervorgehoben. Weitere Frangestellung die behandelt wurden, waren, was z.B. bei Veränderungsprozessen wichtig ist oder wie elektronisches QM-Management mit einfachen Wegen gestaltet wird, sodass der Mitarbeiter nicht "aussteigt". Am Ziel stand ein "geradliniges effizientes Prozessmodell, mit dem Ziel der Wertschöpfung" und wie mit Planungswerkzeugen wie sie iGrafx anbietet, die Prozessgestaltung bis zu 80% schneller realisiert werden kann, als bei vergleichbaren Projekten, die auf solche Tools verzichten. Wichtig dabei sei auch, Teilprozesse in das Gesamtsystem zu integrieren, sodass am Ende nicht "zwei Welten anfangen zu leben".


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Risikomanagement

Dipl.-Ing. oec. Lutz Neumann, Technische Universität Hamburg Harburg

 

Dipl.-Ing. oec. Lutz Neumann, referierte zum Thema Risikomanagement in Verbindung zur QM. Wie werden Unternehmen richtig und prozessorientiert geführt und welches sind die geeigneten Methoden zur Risiko Früherkennung. Fragestellungen die das Thema als Instrument in der Wertschöpfung ansehen sind im Trend. Als Beispiele wurden die potentiellen Risiken im Schiffbau angesprochen, bei denen Arbeiten ins Ausland verlagert werden. Risiko wird definiert als Zielverfehlung mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit. Das kann im günstigen Fall auch die Chance auf eine positive Abweichung bedeuten, was im Regefall aber nicht so sein wird. Das Reklamationsmanagement kann hier helfen Unternehmensrisiken realistisch einschätzen und bewerten zu können. Vorgestellt wurden in dem Zusammenhang auch sog. Risiko Portfolien am Beispiel von Beschaffungsprozessen. Geringe Risiken können auch über Versicherungen abgedeckt werden, ansonsten gilt "Verhüten oder Auswirkungen minimieren".


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Geschäftsprozessmanagement

Detlef Stoyan, QLZ Unternehmensberatung

 

Herr Stoyan ist seit 11 Jahren in der Beratung für Geschäfts- und Qualitätsprozesse tätig. Er ist ebenfalls Kooperationspartner für das CAQ-System PDAP7, der Firma JesenLenz. Vorgestellt wurde das Geschäftsprozessmanagement (GPM) unter praktischen Gesichtspunkten. Hierbei sind als Start- und Endpunkte die Kunden zu sehen. Prozessverantwortungen wurden anhand der Komponentendarstellung in der Prozesslandkarte am Beispiel eines Industriebetriebes aufgezeigt. Man brauche immer jemanden der verantwortlich dafür ist die "Teilprozessen und die Prozessübergänge in den Griff zu bekommen", da Fehler meist an den Schnittstellen auftreten, erläuterte Herr Stoyan in seinem Vortrag. Funktionsorganisation habe hier keine Chance. Ziel ist es bei den Betrachtungen auch zu sehen, "wie attraktiv man selber ist und wo der Wettbewerb aufgestellt ist". Herr Stoyan setzt für Prozessvisualisierungen ebenfalls die Tools von iGrafx ein.


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